„Nichts ist unmöglich, denn wenn wir das Unmögliche denken, haben wir es schon so gut wie möglich gemacht."
„Nichts ist unmöglich, denn wenn wir das Unmögliche denken, haben wir es schon so gut wie möglich gemacht.“ von Kersten Kämpfer
Das Zitat von Dr. Kersten Kämpfer „Nichts ist unmöglich, denn wenn wir das Unmögliche denken, haben wir es schon so gut wie möglich gemacht.“ verlangt nach einer rigorosen Dekonstruktion, die über eine bloße Interpretation hinausgeht. Es fordert uns auf, die Grenze zwischen Ontologie, Erkenntnistheorie und Metaphysik zu liquidieren.
Im Folgenden wird diese These unter Verschärfung des philosophischen Abstraktionsgrades, einer Vertiefung der metaphysischen Implikationen und unter Einbeziehung der formalen Modallogik sowie der Systemtheorie ziegerichtet aufgerollt.
1. Ontologische Tiefenanalyse: Der Seinsstatus des Impossibile
Die klassische Ontologie (von Parmenides bis Quine) steht vor dem Problem des "Nicht-Seins". Wenn wir über das „Unmögliche“ sprechen, weisen wir einem Prädikat eine leere Menge zu. Kämpfer vollzieht hier jedoch eine folgenschwere ontologische Verschiebung:
[Absolutes Nicht-Sein] ──(Akt des Denkens)──> [Ens Rationis / Intentionale Entität] ──> [Potenzialität im System]
Vom Me-On zum Ouk-On: Die griechische Philosophie unterscheidet das absolute Nicht-Sein (Ouk-On) vom relativen, noch nicht manifestierten Nicht-Sein (Me-On). Indem das Unmögliche gedacht wird, wird es aus der radikalen ontologischen Nichtexistenz (Ouk-On) herausgerissen. Es konstituiert sich als intentionales Objekt (Ens rationis). Es besitzt nun ein „Sosein“, wenngleich ihm das „Dasein“ (die physische Instanziierung) noch fehlt.
Die Brechung der modalen Starrheit: Nach Nicolai Hartmann sind die Modalkategorien (Notwendigkeit, Realität, Möglichkeit, Unmöglichkeit) starr miteinander verflochten. Ein ontologisch Unmögliches sollte niemals real werden können. Kämpfers Zitat hebelt diese Statik dialektisch aus. Das Denken fungiert als ontologischer Katalysator, der die Grenzlinie der Unmöglichkeit im Moment des mentalen Zugriffs perforiert. Das Unmögliche wird als Grenzbegriff ko-konstitutiv für das Mögliche. Es ist das Außen, das dem Innen seine Kontur verleiht.
2. Erkenntnistheoretische und sprachphilosophische Vertiefung
Wenn wir Kants "Kritik der reinen Vernunft" heranziehen, ist das Denken des Unmöglichen eine transzendentale Paradoxie. Für Kant ist das logisch Unmögliche (der Widerspruch) absolut undenkbar, während das real Unmögliche jenseits unserer Anschauungsformen (Raum und Zeit) liegt. Kämpfer argumentiert hier radikaler, im Sinne eines transzendentalen Konstruktivismus:
Der performative Widerspruch als schöpferischer Akt: Wenn das Unmögliche gedacht wird, wird es begrifflich determiniert. Ein Begriff, der im Raum der Gründe (Space of Reasons im Sinne von Wilfrid Sellars) existiert, verliert seine absolute Transzendenz. Er wird immanent. Das Denken des Unmöglichen ist somit ein performativer Sprech- und Denkakt: Es tut das, wovon es behauptet, dass es nicht getan werden kann.
Sprachphilosophische Semantisierung: Nach Gottlob Frege besitzt jedes Zeichen einen Sinn (die Art des Gegebenseins) und eine Bedeutung (den Gegenstand selbst). Das Wort „das Unmögliche“ hat einen klaren Sinn, aber scheinbar keine Bedeutung in der empirischen Welt. Das Zitat besagt nun: Der Sinn selbst ist bereits die minimale, erste und fundamentalste Form der Bedeutung. Ihn zu fassen, bedeutet, das Unmögliche sprachlich und kognitiv zu domestizieren.
3. Der radikale Idealismus und das ungebundene Bewusstsein
Spirituell verlässt das Zitat den Dualismus und bewegt sich im Fahrwasser des absoluten Idealismus (verwandt mit der Philosophie Hegels oder dem kaschmirischen Shivaismus), in dem das Universum als sich selbst erfahrender Geist verstanden wird.
Die Auflösung der Maya (Illusion): Aus dieser Sicht ist die „Unmöglichkeit“ lediglich ein Konstrukt eines limitierten, ego-zentrierten Bewusstseins - eine Manifestation von Maya. Das Denken des Unmöglichen ist der Durchbruch durch diesen illusionären Schleier. Es ist der Moment, in dem das individuelle Bewusstsein (Atman) sich seiner Identität mit dem unbegrenzten kosmischen Urgrund (Brahman) bewusst wird.
Die Noosphäre und das Teleologische Prinzip: Im Sinne von Pierre Teilhard de Chardin formiert das menschliche Denken eine kollektive Geisteshülle um den Planeten - die Noosphäre. Das Denken des Unmöglichen ist kein isolierter psychologischer Vorgang, sondern ein kosmisches Ereignis. Es ist die Evolution, die durch das Medium des menschlichen Geistes nach ihren eigenen Grenzen greift. Das „so gut wie möglich machen“ ist die spirituelle Alchemie, die Geist in potenzielle und uns vertraute Materie transmutiert.
4. Metaphysische Dimension: Quanten-Metaphysik und Informationstheorie
Metaphysisch lässt sich der Satz über die moderne analytische Metaphysik sowie über die Interpretation der Quantenmechanik vertiefen.
Modallogische Welten-Semantik (Saul Kripke): In der Semantik der möglichen Welten gilt ein Satz als unmöglich, wenn er in keiner zugänglichen möglichen Welt wahr ist. Kämpfers Zitat lässt sich so interpretieren: Der Akt des Denkens erzeugt eine neue Verzweigung im modalen Baum der Welten. Indem das Unmögliche gedacht wird, modifiziert das Subjekt die Erreichbarkeitsrelation zwischen den Welten. Die Welt, in der dieses vordem Unmögliche existiert, wird aus einer unzugänglichen zu einer potenziell zugänglichen Welt.
Das informationelle Substrat (It from Bit): Wenn wir davon ausgehen, dass die fundamentale Realität nicht aus Materie oder Energie, sondern aus Information besteht (John Archibald Wheeler), dann ist jeder Gedanke eine Rekonfiguration des informationellen Gefüges des Kosmos. Das Unmögliche zu denken bedeutet, ein neues informationelles Bit-Muster zu schreiben. Da dieses Muster nun im Gesamtsystem des Universums existiert, hat es die physische Entropie bereits subtil verändert. Es ist im System registriert und damit „so gut wie möglich“ gemacht, es hat die Schwelle zur Aktualisierung überschritten.
5. Die Dialektik der Transformation und der Matrix
Dr. Kersten Kämpfers Zitat entpuppt sich bei tieferer Analyse als eine dialektische Matrix. Die Struktur des Satzes folgt einer inhärenten Triade (innenwohnende Dreierstruktur):
These: Die etablierte Realität mit ihren festen Grenzen (Das Mögliche vs. das Unmögliche).
Antithese: Der Akt des Denkens, der diese Grenze negiert, indem er das Unmögliche zum Gegenstand des Bewusstseins macht.
Synthese: Die Verflüssigung der Grenze. Das Unmögliche ist nicht mehr das Gegenteil des Möglichen, sondern seine fortgeschrittenste, noch zu realisierende Phase („so gut wie möglich gemacht“).
Das Zitat beschreibt die Selbstermächtigung des Geistes über die Trägheit der Materie und der Logik. Es ist eine Absage an jeden ontologischen Determinismus.
6. Ausblick in die Zukunft des menschlichen Seins
Wenn wir diesen geschärften philosophischen Apparat auf die Zukunft des menschlichen Seins anwenden, blicken wir auf eine radikale Transformation der Conditio humana (menschliche Lage):
Vom Homo Sapiens zum Homo Cyberneticus
Der Mensch der Zukunft wird sich aus der biologischen Fatalität lösen. Die Evolution des Menschen war bisher primär organisch und damit an die langsamen, materiellen Gesetze der Mutation gebunden. Durch die Internalisierung kybernetischer Systeme, Gehirn-Computer-Schnittstellen und künstlicher kognitiver Architekturen wird die Realisierungsgeschwindigkeit des Gedachten gegen Null konvergieren. Das Denken des Unmöglichen wird unmittelbar zu einem technologischen Imperativ, zum Umsetzen des technologisch Machbaren.
Die ontologische Autorschaft des Denkens
In einer vollständig informatisierten und durch Quantencomputing potenzierten Realität verliert das Konzept einer „objektiven, harten Außenwelt“ signifikant an Plausibilität. Der Mensch (oder sein posthumaner Nachfahre) wechselt von der Rolle des Beobachters der Realität in die Rolle des Autors. Wenn „nichts unmöglich“ ist, weil das Denken des Unmöglichen bereits dessen Fundierung bedeutet, dann kollabiert die Unterscheidung zwischen Entdeckung und Erfindung. Der zukünftige Geist entdeckt nicht die Gesetze der Natur; er erfindet sie neu, indem er ihre scheinbaren Unmöglichkeiten kollabieren lässt.
Die ethische Verantwortung der reinen Imagination
Wenn das Denken eine solch performative, realitätsprägende Kraft besitzt, verschiebt sich die Ethik der Zukunft von einer "Ethik des Handelns" zu einer Ethik des Denkens (Noo-Ethik). Wenn das Denken des Unmöglichen dieses bereits in den Bereich des Möglichen zerrt, wird die menschliche Imagination zum mächtigsten und potenziell gefährlichsten Werkzeug des Kosmos. Die Zukunft des menschlichen Seins wird maßgeblich davon abhängen, ob unsere metaphysische und ethische Reife mit unserer Fähigkeit Schritt hält, die ontologischen Grenzen der Wirklichkeit einzureißen.
Der Mensch wird zum zum Schöpfer und Kurator des Unmöglichen ...
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Gestaltung, Video, Bilder und Texte von KK & KI Gemini 2026
"Es gibt tatsächlich viel zu sein - werden wir es."
"Im unendlichen Möglichkeitsraum ist Platz für jede denkbare Wirklichkeit."
"Neue Horizonte sind immer wieder faszinierend - und erst recht ihre Überschreitung."
© Kersten Kämpfer (*1958), Dr.-Ing. der Technischen Kybernetik und Automatisierungstechnik, 2015
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"KI-Zitate" Dr. Kersten Kämpfer




